Samsung Galaxy: Auf den zweiten Blick

Anderthalb Tage, zwei Ladevorgänge und einige Abstürze ist mein Galaxy nun alt. Die Bilanz bisher fällt schlechter aus als der erste Eindruck. Das soll nicht heißen, dass das Galaxy nicht mehr so scharfe, gute Bilder liefert: Es sind einfach andere Sachen in den Vordergrund getreten.

Ich habe schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass Software bei mir häufig nicht so rund läuft wie bei anderen – sei es nur mein Gefühl oder Tatsache – vielleicht verlange ich zu viel von meinem technischen Equipment. Andererseits kann man die rund 10 Systemabstürze, die das Galaxy bisher hatte, wohl auch nicht mit schlechtem Karma erklären. Ob beim Aktivieren des WLAN, dem Starten einer App, SMS-Empfang oder dem friedlichen Rumliegen in der Ecke: Abstürze hatte ich schon in jeder Situation, sodass keine klare Ursache erkennbar ist. Der Bildschirm friert ein, selbst wenn er gerade nichts anzeigt. Beim ersten schwarzen Bildschirm habe ich schon gedacht, dass meine Entsperr-Taste kaputt ist ;-) Einige Apps scheinen auch ganz klar für Abstürze zu sorgen, sodass ich die entsprechenden Apps erst mal wieder entfernt habe.

Nicht ganz optimal lief mein erstes Telefonat. Ständig wurde ich von mir selbst unterbrochen, ich hörte ein klares Echo. Bei den nächsten Telefonaten lief aber alles super, sodass das hoffentlich nur eine einmalige Erscheinung war. Sonst telefoniert es sich super, gute Gesprächsqualität und keine weiteren Probleme.

Das Drehen der Tastatur und des Bildschirminhalts dauert in vielen Apps und Standardanwendungen sehr lange. Selbst die schnellste Drehung dauert etwa zwei Sekunden, für meinen Geschmack deutlich zu viel. Da ist noch viel Optimierung möglich und nötig. Auf der Tastatur im Querformat tippt es sich allerdings unerwartet gut. Kleine Tippfehler werden ausgemerzt und richtige Wörter frühzeitig vorgeschlagen, sodass viel Tipparbeit gespart werden kann. Im Hochformat habe aber selbst ich mit vergleichsweise kleinen Fingern schon Probleme, sodass ich mir das Drehen der Tastatur angewöhnt habe.

Das Problem des selbstentsperrenden Handys hat sich übrigens in Luft aufgelöst. Mit einem Schema, wie ein PIN in einfach, ist Android sicher gesperrt. Problematisch ist bisher nur, dass die Einstellmöglichkeiten der Zeitspanne bis zum Setzen der Sperre nicht viele Möglichkeiten geben. Der Bildschirm leuchtet so lange, bis die Sperre einsetzt. Damit bin ich noch nicht so glücklich.

Mit einigen kleinen Tücken muss auch umgegangen werden können: Das Ladegerät gehört nicht ganz in die Steckdose, sondern einen viertel Zentimeter herausgezogen, sonst läd es nicht. Mails kann man nicht mit der “Google Mail”-Anwendung beantworten, damit kann man nämlich nur lesen. Fürs Schreiben muss der Browser genutzt werden. Völlig nervig finde ich momentan, dass der Wecker nur im eingeschalteten Zustand klingelt. Mein Handy neigt dazu abzustürzen, meint ihr das reicht als Rechtfertigung, wenn ich zu spät zur Arbeit komme? Das war eines der “Features”, was mich an meinem K800i gestört hat, da war die Akkulaufzeit jedoch höher und der Absturzfaktor niedriger, ich konnte also meistens mit dem Risiko umgehen. Wenn ich aber nicht sicher weiß ob mein Handy es durch die Nacht schafft, kann ich doch nicht mehr beruhigt einschlafen.

Bevor ich es vergesse: Es gibt natürlich viele Sachen, die mich beeindrucken. Der Touchscreen ist wirklich gut und nimmt jeden Tastendruck auf. GPS ist einfach nur genial, die Genauigkeit und das Zusammenspiel mit Google Maps ist eine Wohltat. Viele Apps stellen absolut nützliche und ab sofort unverzichtbare Funktionen bereit.

Beim Rest bin ich einfach nur zuversichtlich, dass es besser wird. Der Vorteil von Android ist, dass viele der Fehler und kleinen nervenaufreibenden Funktionen auf Dauer behoben werden. Man muss sich also nicht wie bei anderen Handys daran gewöhnen, sondern kann sich auf ein Update freuen. So machen Fehler ja fast noch Spaß!

Update 14.07.09: Blödsinn, natürlich kann man mit der Google Mail-App Mails beantworten und weiterleiten. Auch Mails mit Anhängen klappen damit super. Ich muss echt Tomaten auf den Augen gehabt haben, die Funktionen finden sich ganz unten unter der Mail.

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