Vorabtest: TouchPal – der bessere Tastatur-Ersatz?

TouchPal: Standardlayout

TouchPal: Standardlayout

Ich habe das Glück, für androidig.de vorab eine neue virtuelle Tastatur namens TouchPal testen zu können, welche die Eingabe via Touchscreen im Vergleich zur Android-eigenen Tastatur schneller und komfortabler machen soll. TouchPal gibt es bereits seit einigen Jahren für Windows Mobile, doch in Kürze soll auch der Android-Markt in Angriff genommen werden.
Doch was bietet TouchPal überhaupt im Vergleich zur Android-eigenen Tastatur?

In der Standardeinstellung sieht die Tastatur dem gewohnten Android-Standard recht ähnlich. Es wird lediglich eine zusätzliche Taste angezeigt und jede Taste zeigt noch eine Zweitbelegung (ähnlich wie bei den Zahlen auf einer normalen Tastatur). Diese Zweitbelegung lässt sich durch tippen und gleichzeitigem nach-unten-ziehen des Fingers erreichen, was durchaus praktisch ist, da sich damit nahezu alle benötigten Sonderzeichen ohne Umschalten des Tastaturlayouts erreichen lassen. Im Gegensatz dazu führt klicken und nach-oben-ziehen übrigens zur Großschreibung des Buchstabens – die Benutzung der “Shift”-Taste wird damit defacto obsolet.

Darüberhinaus erweitert TouchPal das von der normalen Tastatur gewohnte Konzept der intelligenten Korrektur und Autovervollständigung. Worte können dabei komplett falsch geschrieben werden (”gskki” statt “hallo”) und es wird trotzdem erraten, was wohl gemeint sein könnte. Dabei übernimmt TouchPal das Wort direkt in das Textfeld, während es bei der Android-Tastatur ja nur ein Vorschlag ist, der aus der Wortliste übernommen werden kann. Dies ist im Alltag meistens durchaus nützlich, da so das korrigieren von Fehlern komplett wegfällt und der Schreibfluss damit nicht unterbrochen wird.
Es ist allerdings wirklich eine Geduldsprobe, Worte zu schreiben, die bisher nicht im Wörterbuch stehen. Hier korrigiert TouchPal immer wieder und verändert oder ergänzt Worte, die eigentlich komplett richtig eingetippt wurden. Zum Glück lässt sich die Autokorrektur sehr schnell durch eine Sondertaste (kurzfristig) deaktivieren.

Handy-Layout

Handy-Layout

Die wahre Stärke liegt meines Erachtens nach aber in den wählbaren Tastaturlayouts. Diese unterscheiden sich nicht etwa nur durch das Design, sondern bieten eine komplett neue Form der Eingabe.
Variante 1 bildet im Kern die bekannten Handytastaturen mit den zehn Zifferntasten und der bekannten Drei- bis Vierfachbelegung ab. Vor allem geübte “Handytipper” werden damit gut zurecht kommen, denn die Tasten sind natürlich deutlich größer und damit auch im Hochformat sehr sicher zu treffen.

Variante drei

Variante drei

Wer allerdings ein Smartphone gekauft hat, um gerade nicht mehr mit nur zehn Tasten auskommen zu müssen, wird sich vielleicht eher für Variante 2 begeistern können, die gewissermaßen einen Mittelweg bildet: die Tasten sind primär mit je zwei Buchstaben belegt (Anordnung wie auf der Standard-qwertz-Tastatur), Zahlen und einige Sonderzeichen sind wieder als Zweitbelegung vorhanden. Dieses Layout ist mein absoluter Favorit für die Hochformat-Eingabe, da Tasten eigentlich kaum verfehlt werden können, und die Worterkennung trotzdem sehr zuverlässig funktioniert.
Zum Umschalten zwischen den Layouts wird die Tastatur übrigens einfach nach links oder rechts gezogen (ähnlich wie der Home-Screen).
Sage und schreibe fünf Seiten mit (länderspezifischen) Sonderzeichen lassen sich, ähnlich wie bisher, über eine Sondertaste erreichen.

Fazit

Nach nur ein paar Stunden des Testens möchte ich eigentlich nie mehr zur Standard-Tastatur zurückkehren. Gerade beim Tippen im Hochformat lässt es sich deutlich schneller und fehlerfreier tippen; die intuitiven Zusatzfunktionen zum Schreiben von Großbuchstaben oder Sonderzeichen sowie zum Umschalten von Layout oder Autokorrektur, machen das Arbeiten jedoch auch grundsätzlich angenehmer und flüssiger.

Insgesamt wirkt die Anwendung sehr durchdacht – wenn jetzt noch letzte Mängel behoben werden (etwa stets nur einzeilige und teils halb verdeckte Eingabefelder) und ein deutsches Wörterbuch angeboten wird, gehört TouchPal auf jeden Fall zu meinen persönlichen Must-Have-Anwendungen.

Informationen zum genauen Erscheinungsdatum und zum Preis liegen bisher nicht vor. In den ersten Wochen soll TouchPal jedoch auf jeden Fall gratis angeboten werden.

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