App-Test: FahrplanDE – für eine einfachere Nutzung der Öffis?

Für jeden Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel stellen sich häufig diese Fragen: Wann fährt meine nächste Bahn, wie komme ich dorthin und vor allem: Wie komme ich überhaupt durch die ganzen Baustellen und Bahn-Ausfälle am schnellsten zu meinem Ziel?

Als Berufspendler mit häufigem Arbeits- und Wohnungswechsel habe ich mich daher schon frühzeitig auf die baldigen Vorteile mit dem Smartphone gefreut. Fast ebenso lange scheint es schon die App FahrplanDE (bzw. CH/AU für Schweiz und Österreich) zu geben, also war dieses eine der ersten Apps, die ich geladen habe. Und mittlerweile ist es auch eine der lebenswichtigsten und meistgenutzten geworden. Was die App bis dato alles kann, werde ich hier nun vorstellen.

Natürlich kann man die Fahrplanauskunft der Bahn nutzen. Diese ist aber unhandlich (keine mobile Variante!) und weil etliche Seitenaufrufe benötigt werden vielfach langsamer. Außerdem nutzt FahrplanDE die Informationen von den DB-Seiten, sodass sich dabei keine Unterschiede ergeben.

Das Design ist eigentlich selbsterklärend. Start, Ziel und etwaige Zwischenreiseziele können im Textfeld eingegeben werden, da es eine deutschlandweite App ist, vorzugsweise mit Städtenamen. Direkt darunter findet sich eine Auswahlmöglichkeit, in welcher zwischen Haltestelle, Adresse, Sehenswürdigkeit oder ‘beliebig’ ausgewählt werden kann. Lässt man die Einstellung auf ‘beliebig’, werden einem zum angegebenen Punkt alle gefundenen Übereinstimmungen als Liste zur Auswahl gestellt, weshalb ich hier kaum Veränderungen vornehme. Uhrzeit und Datum lassen sich ebenso problemlos einstellen. Besonders vorteilhaft ist hier der Button mit der Uhr, welcher die beiden Felder stets auf den minutengenauen Stand bringt. Zwischen Abfahrt (”Ab 10:14 solls losgehn!”) und Ankunft (”Ich muss spätestens um 12 Uhr da sein!”) kann hierbei ebenso eingestellt werden wie unterschiedlichste Verkehrsmittel von der Verbindungssuche ausgeschlossen werden können.

Gut ist die Einstellmöglichkeit einer Heimatadresse/-haltestelle, die dann sofort per Klick auf das Haus hinter den Eingabefeldern eingetragen wird. So findet man immer sicher nach Hause. Allerdings offenbart das, welche Verbesserungen noch möglich sind: Häufig reist man ja zwischen einer kleinen Anzahl von Adressen umher. Wäre doch schön, wenn man diese auch direkt – und nicht nur eine – eintragen lassen könnte. Wie so häufig ist das Leben hier kein Wunschkonzert, wir müssen also auf den guten Willen der Entwickler hoffen. Bislang kann man dieses über die History in den Einstellungen etwas ausgleichen, mit der man zumindest auf die vorherigen Ziele zugreifen und diese modifizieren kann.

Da ich mich ja schon ein bisschen eingelesen hatte, wusste ich, dass die App noch mehr kann: Umkreissuche nach Haltestellen. Zunächst war ich etwas verwirrt, konnte ich nur den Home-Button entdecken. Aber die Zielkreuze vor den Eingabefeldern sind nicht nur Zierde! Vermutlich habe ich das nicht sofort festgestellt, da diese zum einen schwer zu treffen sind (wie auch andere der Buttons) und zum anderen dauert es einige Sekunden, bis sich die Liste mit den Auswahlmöglichkeiten öffnet. Etwas enttäuscht bin ich immer noch, hatte ich mir die Umkreissuche doch auf Bushaltestellengenauigkeit vorgestellt: Man sollte eher auf S-Bahn-Station-Niveau hinweisen. Mitunter eine nicht kurze Rennerei, da geht es häufig schneller, den Straßennamen oder die nächste Station herauszufinden.

Klickt man nun auf “Verbindungen suchen”, werden im Idealfall die Verbindungen innerhalb weniger Sekunden angezeigt. Sollte es noch Unklarheiten bei den Start-/Zieleingaben geben, werden diese vorgeschoben und der Nutzer muss sich zunächst entscheiden, was denn nun richtig ist. Ab und zu tritt ein Fehler auf, diesen kann man wegklicken und beim zweiten Mal klappt’s dann hoffentlich. Es werden drei bzw. vier Verbindungen mit Abfahrts- und Ankunftszeitpunkt, Abfahrtsgleis, Dauer, Anzahl der Umstiege und genutzte Verkehrsmittel tabellarisch dargestellt. Dort kann man nun einzelne Verbindungen anklicken und erhält sämtliche Infos zu den Umstiegen, Gleisen und Fußwegen.

Bis dahin bin ich schon sehr begeistert, alles dabei was Otto-Normal-Öffi-Nutzer benötigt. Dazu das ganze noch kostenlos. Sicher, sonst würde ich es nicht nutzen – die DB bietet das ganze ja in langsam immerhin auch kostenlos an.

Den Praxistest hat die App schon mehrfach glorreich bestanden, ich verzichte mittlerweile auf vorheriges Informieren über Fahrplaninfos. Nur einmal hat die Bahn mich ausgetrickst, hätte ich doch fast den (für 20 Minuten später angekündigten) Zug verpasst. Zufällig vor Ort entdeckt und noch erwischt, da tröstet es dann auch nicht, dass das Onlineangebot der Bahn denselben fehlerhaften Fahrplan gemeldet hat.
Vor allem im Berliner S-Bahn-Chaos oder in den von Baustellen geplagten Netzen (Ferienzeit = Baustellenzeit!) hat mich diese App bzw. das dahinter steckende, stets aktuelle, DB-Verkehrstool auf den richtigen Weg gebracht. Ich wurde noch von keinem falschen Gleis überrascht, selbst Verspätungen werden in der App angezeigt und mitberechnet.

Die Fußgängerlaufwege zum Start bzw. vom Ziel werden bei mir übrigens zwar mit der richtigen Zeitdauer angezeigt, aber die Zeiten stimmen nicht immer. Das kann vor allem in der Übersicht für einige Verwirrung sorgen und gerade deshalb sollte man die Verbindung noch genauer in Augenschein nehmen. In diesen Fällen muss dann mal wieder das Gehirn ran, was durch die App aber insgesamt eher entlastet wird.

Etwas nervig finde ich das häufige Hinterfragen der Haltestelleneingabe, was aber an meiner Unwilligkeit, zwischen Haltestelle und Adresse, auszuwählen, liegen kann. Da gehen bei jeder Suche etliche Sekunden drauf, außerdem findet sich die tatsächlich gesuchte Adresse auch mal sehr weit unten – Murphy lässt grüßen. Sehr gelungen ist übrigens die Gegenrichtung-Suche, die zusammen mit der History unschlagbar ist.

Zusätzliche Umsteigepläne bzw. Pläne von Adresse zur Haltestelle und umgekehrt, wie sie schon von einigen Verkehrsgesellschaften geliefert werden wären zusammen mit Ticket-/Preisinfos und dem sicherlich am meisten fehlenden Feature der Favoriten-Adressauswahl das vollkommene Reisen-Paket für den Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel. Man wird ja wohl noch träumen dürfen, oder? ;-)

Preis 0€
Akkuverbrauch niedrig, nur bei Ausführung
Positiv schnelle Fahrplaninfos
einfache Bedienung
Negativ Nur ein Ziel speicherbar
Version 1.9.0
Konkurrenz Fahrplan Beta

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2 Kommentare »

 
  • Kai3k sagt:

    Hatte selber auch schon Fahrplan-Apps getestet aber ein direkter Vorteil zu Web-Seiten sehe ich noch nicht. Es sei denn, man weiß wirklich nicht wo man gerade ist und würde die Suche mit GPS verbinden – aber dann muss das auch intelligent, zuverlässig und vor allem überall funktionieren.

    Mein Favorit ist im Moment http://pda.vrr.de – Ergebnisse sind nicht nur für VRR vorhanden, also müsste es eigentlich auch ein deutschlandweites Mobil-Äquivalent geben, aber habe ich noch nicht gefunden.
    Eine Suche per Haltestelle, Straße oder wichtigem Ort, standardmäßig ohne ICE, aber einschaltbar (und noch weitere Filter und Optionen), mögliche Vorschläge bei der Erkennung von Haltestellen (Autokennzeichen reichen bei Städte), und eine direkte Anzeige von Verspätungen und einem Fahrpreis.

  • Bastian sagt:

    Ich nutze immer http://mobile.bahn.de/ ist imho die Beste Lösung für die Öffis in DE die es Online-Only gibt. Es gibt allerdings ne Super J2ME Applikation von der Bahn, die offline funktioniert. Sowas vermisse ich leider. Als Pendler konnte man häufig genutzte Strecken speichern und hatte immer und vor allem wesentlich schneller als alle Online-Varianten den Fahrplan zur Hand.

    Ich habe FahrplanDE auch mal getestet und bin absolut enttäuscht.

 

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