Nexus One: Erster Erfahrungsbericht
Gestern war es endlich so weit: Das lang ersehnte Paket mit dem Nexus One, das Google im Rahmen seines Device Seeding Programs verschenkt (thank you!), fand seinen Weg an meine Haustür.
Auch wenn ich das Gerät bisher erst einen Tag lang testen konnte, will ich die Gelegenheit trotzdem nutzen und hier meine ersten Eindrücke und Erfahrungen kundtun.
Im Paket befand sich, neben der sehr hübschen Box mit dem Nexus, ein zweiseitiges Anschreiben mit einer Art Kurz-Anleitung (eine Beschreibung der wichtigsten Funktionen und eine Liste von Internet-Adressen zu allen möglichen Android- und Nexus-Seiten von Google). Eine Anleitung scheint es für das Handy ansonsten ja nicht zu geben (abgesehen von einem kleinen Kärtchen, auf dem zumindest die wichtigen Funktionen à la “Handy einschalten” und “Anruf entgegennehmen” beschrieben sind), was aber auch verschmerzbar ist, da es wohl eher ein Entwickler- als ein Consumer-Handy sein soll.
Der Inhalt des eigentlichen Handy-Kartons, der ja weitestgehend Standard ist:
- Das Handy, inklusive einer 4GB SD-Karte
- Akku und Ladegerät
- USB-Kabel
- eine recht schicke Hülle, die meines Erachtens nach aber etwas eng ist (wie schon beim Samsung Galaxy)
- Headset
- Mini-Anleitung (s.o.), Garantieheft und ein dickes Heft mit Sicherheitshinweisen
Handhabung
Das Nexus liegt recht gut in der Hand und ist angenehm dünn. Aufgrund der Größe des Touchscreens ist es aber für mich recht schwer, mit nur einer Hand (bzw. einem Daumen) den kompletten Bildschirm erfassen zu können – das ist aber natürlich der Nachteil eines jeden großen Bildschirmes.
Entsperrt (sowie an- und ausgeschaltet) wird das Gerät über einen schmalen Knopf an der Oberseite mit anschließendem Finger-Wisch von links nach rechts. Das ist für mich im Moment auch noch nur mit einigen Finger-Verrenkungen einhändig möglich; hier finde ich im Vergleich dazu sogar den Entsperrvorgang beim Galaxy (nur einen Knopf drücken) oder beim Tattoo (Knopf auf der Frontseite und Fingerwisch nach unten) angenehmer und einfacher. Das ist aber sicherlich auch ein Stück weit Gewohnheitssache.
Echte Tasten hat das Nexus abgesehen vom Lautstärkeregler, dem erwähnten Entsperrknopf und dem Trackball nicht: die Android-Tasten (zurück, Menü, Home und Suche) sind am unteren Rand des Touchscreens integriert und die Telefon-Tasten (abheben, auflegen) fallen ganz weg und wurden durch entsprechende Wisch-Gesten auf dem Bildschirm ersetzt.
Dadurch wirkt das Gerät auf jeden Fall sehr edel und aufgeräumt, der Nachteil an den vier Touch-Tasten am Touchscreen ist allerdings, dass man sie teilweise recht leicht aus Versehen betätigt und andererseits dann aber nicht so intuitiv drücken kann.
Bildschirm
Der Touchscreen ist mit 3,7″ und 854×480 Pixeln angenehm groß und sehr hochauflösend. Dementsprechend scharf und praktisch frei von sichtbaren Bildpunkten ist dann auch die Darstellung von Schrift und anderen Elemente.
Da es sich um ein AMOLED-Display handelt, strahlt es auch ausgesprochen hell und farbenfroh (vergleichbar mit dem Display des Galaxys).
Auf Eingaben mit dem Finger reagiert der Bildschirm ebenfalls schnell und zuverlässig. Allerdings ist er extrem anfällig für Fingerabdrücke: Im direkten Vergleich mit dem HTC Tattoo und dem Samsung Galaxy verliert das Nexus auf jeden Fall – ich habe mir daher auch direkt eine Schutzfolie bestellt und hoffe, dass es dadurch etwas besser wird.
Software
Das Nexus kommt als Google-Phone mit einem normalen Android 2.1 ohne erkennbare Modifikationen. Für mich, der bisher nur Android 1.5 und 1.6 gewohnt war, bietet die aktuellste Version jedoch trotzdem recht viel zum Staunen und Ausprobieren. Während es keine wirklich revolutionären Features gibt, erfreut man sich doch an den vielen aufpolierten und verbesserten Funktionen und Kleinigkeiten, die Android zusätzlichen Glanz verleihen.
Eine recht umfangreiche Liste der Android 2.1-Features bietet pcworld.com.
Ich persönlich schätze im Moment im Vergleich zu Android 1.5 besonders die Akku-Verbrauchsanzeige (aufgeteilt auf die einzelnen Anwendungen), die sehr hübschen Live-Wallpaper, die fünf Homescreens und Multitouch (z.B. in Google Maps und einigen Browsern). Aber auch viele der anderen Features machen natürlich das tägliche Leben mit dem Nexus angenehmer und einfacher.
Fazit
Dank dem schnellen Prozessor, dem scharfen Touchscreen und der modernen Software macht mir das Nexus auf jeden Fall Spaß und es ist eine deutliche Verbesserung zum Samsung Galaxy, das ich bisher hatte.
Allerdings hatte ich mich schon vor ein paar Wochen gegen das Nexus und für das HTC Desire entschieden (bevor Google die Verschenk-Aktion gestartet hat), da ich Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Touchscreen-Tasten hatte. Wie ich nun feststellen konnte, sind diese Zweifel durchaus berechtigt – die Bedienung wird dadurch unnötig erschwert.
Trotz allem bin ich bisher aber zufrieden und werde das Nexus sicher auch in Zukunft mit Freude benutzen.
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Wow, Deins ist schon da? Das ging dann ja echt mal fix. Dann hoffe ich doch mal, dass meins auch noch diese Woche kommt!
Ich weiß auch nicht, was da los war – vielleicht war das auch das ADC2-Nexus und die kommen früher (ich weiß nicht, ob ich zwei bekomme^^) … in der Android-Newsgroup war ich nämlich die letzten Tage auch der Einzige weit und breit, was mich dann doch ein wenig wundert (weil da ja doch ziemlich viele Devs unterwegs sind).
Naja, in der Bestätigungsmail hieß es ja ‘2-4 Wochen’. Und in der 2. Woche sind wir jetzt, vielleicht hattest Du ja Glück. Fürs ADC2 ist es doch dagegen etwas spät, oder?
Ich bin jedenfalls gespannt. Unsere Galaxys gehen jedenfalls auch zurück.
Ne, die ADC2-Top200-Devs kriegen auch ein Nexus – allerdings musste man da seine Adresse nicht angeben, sondern es kam direkt eine Bestätigungsmail … von daher sind die vielleicht auch zuerst abgearbeitet worden… der beiliegende Brief von Google war halt doch sehr allgemein gehalten^^
Kleine Ergänzung: Der Akku hat nach dem 3. Laden jetzt volle zwei Tage gehalten (und das, obwohl ich das Handy recht oft benutzt habe) … wenn ich da an die Eskapaden mit dem Galaxy denke, ist das einfach nur geil
Hmm… mit 3G und allem an? Also bei meinem Milestone komm ich mit 3G an so gerade durch den Tag und mit 2G bequem durch den Tag (6-23 Uhr etwa). Allerdings auch mit K-9 IMAP-Push usw.
Dann kann ich ja bald morgens überlegen, welches Telefon ich mitnehme, so wie die Frauen bei den Schuhen überlegen.
Bin also mal gespannt (ohne hier eine neue Akku-Diskussion starten zu wollen).